Daniels Tagebuch

Max Mutzke und Gäste in der Oper

Heimatgeschichten zwischen Schwarzwald, Köln und Istanbul
  • 08.05.2026 21:30:00

  • Oper, Bonn, Deutschland

  • sonnig 18°C

  • #TB,

Max Mutzke und Eko Fresh sind seit mehr als 20 Jahren befreundet

Die Veranstaltungen von Max Mutzke sind auch aufgrund seiner besonderen Gäste immer schnell ausverkauft. Das hat sich auch in dieser Woche gezeigt: Er holte Eko Fresh und Biggi Wanninger in die Oper.

Im Grunde hat Max Mutzke in Bonn Narrenfreiheit. Im Rahmen von „Quatsch keine Oper“ lädt er regelmäßig Überraschungsgäste ein, und jedes Mal sind die Termine schon wenige Tage nach Vorverkaufsstart restlos ausverkauft, weil das Publikum darauf vertraut, dass der Abend schon gut werden wird. Was dem 44-Jährigen auch stets gelingt. Am vergangenen Freitag war es wieder so weit: Die Oper ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Show kann starten – und dann steht auf einmal ein DJ an den Turntables. Ein Scratching-Weltmeister. Mal was Neues, für viele im Saal was Ungewohntes. Passt aber. Denn zum einen kann Mutzke in nahezu jedem Genre gute Musik machen, und zum anderen rollt DJ Robert Smith zusammen mit dem ebenfalls eingeladenen Matti Klein Soul Trio dem Hauptgast Eko Fresh den roten Teppich aus. Und der macht sich bezahlt. Zumindest meistens.
Max Mutzke, Eko Fresh & Matti Klein
Befreundet sind Max Mutzke und Eko Fresh schon lange. 2004 hätten sie sich in einem Hotelpool getroffen, erinnert sich Ersterer. Mutzke stand damals kurz vor seiner Teilnahme am Eurovision Song Contest in Istanbul und Fresh hatte, nachdem er sich ein Jahr zuvor in einem Song zum „König von Deutschland“ ausgerufen hatte, seine erste Echo-Nominierung in der Tasche.
Jetzt stehen beide auf einer Opernbühne und singen von Heimat und Herkunft, von Frieden und vom Verzeihen. „Ich habe mit meiner Musik schon immer versucht, meinen Platz in der Welt zu finden“, sagt Fresh, der selbst ernannte „Quotentürke“, Enkel eines türkischen Gastarbeiters und Sohn eines politischen Flüchtlings. „Die Frage, wo man herkommt, verfolgt einen sein ganzes Leben“, so Fresh, der für „Der Gastarbeiter“ stehende Ovationen erhält. Immerhin hat er inzwischen eine Antwort gefunden: „Ich sehe mich in erster Linie als Kölner. Wenn ich durch Ehrenfeld laufe oder durch Mülheim, dann bin ich zu Hause.“ Eko Fresh
Den Reiz von Köln kennt auch Max Mutzke. Zwar fühlt er sich im heimischen Schwarzwald noch immer am wohlsten, aber seit er in der Domstadt Frau und Kind hat, lernt er auch die schönen Seiten des Rheinlands, immer mehr zu schätzen. Dazu gehören für ihn auch der Karneval und insbesondere die legendäre Stunksitzung. Und da Mutzke ja machen kann, was er will, hat er zusätzlich zu Eko Fresh und DJ Robert Smith kurzerhand noch Biggi Wanninger eingeladen. Für sie erhebt sich das Publikum erneut und feiert die Präsidentin der Stunksitzung, die mit Liedern über alternde Funkenmariechen („The Rose“) und den mafiösen Strukturen der Fifa („Fever“) für Begeisterung sorgte. Stilistisch passt das zwar nicht zu der Mischung aus Soul und Hip-Hop, die Fresh und Mutzke zuvor gepflegt haben, doch das ist dem Publikum egal. Schade ist allerdings, dass die beiden Herren nicht selbst in die beiden Nummern Wanningers einsteigen – ein Duett wäre sicherlich überaus spannend geworden. Biggi Wanninger Immerhin zeigt das Matti Klein Trio einmal mehr seine Klasse. Während der Bandleader geschickt über die Tasten tanzt und Drummer André Seidel für eine dezente Konturierung sorgt, ist es vor allem Saxofonist und Bassklarinettist Lars Zander, der ein ums andere Mal mit spektakulären Soli und wuchtigem Groove die Stücke koloriert und zu einem Dialogpartner für Wanninger, Mutzke und Eko Fresh wird. Kein Wunder, dass der Saal tobt, alle Beteiligten am Ende mit stehenden Ovationen bedenkt – und bereits die Tickets für die nächste Ausgabe von „Max Mutzke & Friends“ am 6. Februar in Augenschein nimmt. Wer mit dabei sein möchte, sollte sich sputen: Die Veranstaltung ist inzwischen zu rund zwei Dritteln ausverkauft.

Silje Nergaard →