Installation mit Daniel
Die Praxis von Kerstin Brätsch ist fest im Medium der Malerei und ihrer Geschichte verwurzelt. Dabei bezieht sie sich nicht nur auf künstlerische Traditionen, sondern erforscht konsequent die Rolle der Malerei in einer global vernetzten digitalen Welt.
Für ihre Ausstellung verwandelt sie das Kunstmuseum Bonn in einen lebendigen malerischen Organismus: Die Besuchenden durchschreiten eine Art Labyrinth aus Farbe, Licht und Klängen oder treten vor eine suggestive Tapete mit gespiegelten Motiven, die an die Tintenklecks-Tests des Psychiaters Hermann Rorschach erinnern. Sie tauchen in einen stark verdichteten Farbraum ein, der eine Zäsur im Alltag setzt; im Idealfall werden sie selbst zum Teil dieses malerischen Organismus.

Mit dem Ausstellungstitel MATAATEM verortet die Künstlerin ihre Werke in einem gesellschaltlichen Kontext und verweist zudem auf die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Malerei und Körper sowie „ihre sozialen, physischen und psychischen Dimensionen" (Kerstin Brätsch). Zugleich arbeitet sie regelmäßig mit anderen Künstlerinnen oder Handwerkerinnen und stellt grundlegende Fragen nach Autorschait und Subjektivität der Malerei, um ihre Wirkkrait immer wieder neu auf die Probe zu stellen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Munch Museum Oslo und eröffnet einen breiten Überblick über das Schaffen der Künstlerin aus den vergangenen 15 Jahren, ergänzt durch Neuproduktionen und kollaborative Projekte von DAS INSTITUT (mit Adele Röder), KAYA (mit Debo Eilers), Sergei Tcherepnin und Wibke Tiarks.

Seit 2007 sind die Arbeiten von Kerstin Brätsch in internationalen Ausstellungen sowie wiederholt aut der Venedig Biennale zu sehen. Sie ist in wichtigen Sammlungen vertreten und erhielt renommierte Preise wie den Helen Frankenthaler Award for Painting.