Daniels Tagebuch

Eine Woche

in Metz und Nancy
  • 11.10.2026 12:00:00

  • Schöneckstraße 13, Metz, Frankreich

  • leicht sonnig 22°C

  • #TB,

11.-17. Oktober

12.10.26 Centre Pompidu - Mauritzio Catalan

Wie schmeckt eine Frucht, die sechs Millionen Dollar wert ist? Das wollte ein niederländischer Tourist herausfinden. Kurzerhand aß er deshalb eine Banane, die Teil eines berühmten Kunstwerks ist.

Die Installation »Comedian« von Maurizio Cattelan
Seit dem 8. Mai hing die Banane im Centre Pompidou Metz: mit einem Stück Klebeband an der Wand fixiert – und millionenschwer. Nun ist die Frucht erneut verzehrt worden. Ein niederländischer Besucher soll zugegriffen haben, wie die Regionalzeitung »Le Républicain Lorrain« berichtete. »Ich wollte einfach mal probieren, wie eine Banane schmeckt, die sechs Millionen Dollar wert ist«, sagte er der Zeitung.

Die Frucht war Teil des berühmten Kunstwerks »Comedian« des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan. Wie aus Medienberichten vom Samstag hervorgeht, wurde keine Anzeige erstattet – das Centre Pompidou ersetzte die Banane kurz darauf. Der Künstler nahm den Vorfall gelassen. Er bedauerte, dass der Besucher »die Frucht mit dem Kunstwerk selbst verwechselt« habe. »Anstatt die Banane mitsamt Schale und Klebeband zu essen, hat er sich damit begnügt, nur die Frucht zu verzehren«, sagte der Italiener laut Medien.

Künstler isst Kunst Die berühmte Banane wurde bereits mehrfach verzehrt. 2019 aß der georgisch-amerikanische Künstler David Datuna das Werk bei der Kunstmesse Art Basel in Miami und erklärte: »Ich bin der erste Künstler, der die Kunst eines anderen Künstlers isst.« 2023 verzehrte ein südkoreanischer Student die Banane während einer Ausstellung in Seoul und begründete die Tat mit Hunger infolge eines ausgelassenen Frühstücks.



Diese Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt Cattelan, wie er wie ein Hund, der sich über die Rückkehr seines Herrchens freut und Aufmerksamkeit einfordert, auf dem Boden liegt.
Das Bild entstand nach Lessico Familiare (1989) und ist eines der ersten Selbstporträts des Künstlers. Es bildete den Auftakt zu einer Serie, die den Künstler seitdem auf seiner Laufbahn begleitet.
Cattelan spielt er mit dem Bild des sich unterwerfenden Hundes - heraushängende Zunge, ausgestreckter Körper - und setzt dazu ein zweideutiges Lächeln auf, das zwischen liebevoller Hingabe und dem Wunsch zu gefallen liegt.
Eine möglicherweise ironische, möglicherweise auch scharfsichtige Inszenierung der Situation des jungen Künstlers auf der Suche nach Anerkennung.



Das neuere Werk Envy ist Teil einer Serie aus dem Jahr 2025. Man glaubt, eine jungfräuliche, auf einen Rahmen gespannte Leinwand zu sehen, in die mittig ein Nagel geschlagen wurde - beinahe so, als habe derjenige, der das Bild aufhängen wollte, sein Ziel verfehlt und statt der Wand die Leinwand getroffen. Das Werk erinnert an ein früheres Werk names Untitled (2009), das aus einem an eine Leinwand gelehnten Besen besteht, der den Stoff eindrückt und in Falten legt, und an die Serie „Achrome" von Piero Manzoni (1957-1963) erinnert. Hier allerdings ist die Verfremdung noch größer, denn das Werk ist aus Marmor gefertigt. Mit dieser Wahl verweist der Künstler auf die meisterhaften, in Marmor gemeißelten Faltenwürfe im italienischen Barock und spielt mit dem Ausdruck „etwas an den Nagel hängen", den man verwendet, wenn jemand einen Sport oder eine berufliche Tätigkeit aufgibt und in den Ruhestand geht.


Ich habe irgendwo gelesen, dass jeder Fremde ein Freund ist, den wir noch nicht kennen. Würden wir nach diesem Prinzip leben, wäre unsere Welt eine andere - sehr einfach vermutlich, aber anders. Es stimmt, dass die Kultur im Mittelmeerraum dem antiken Griechenland viel verdankt, doch die Gastfreundschaft gegenüber Fremden scheint nicht dazu zu gehören. In der Antike wagte ein Gastgeber es nie, einen Fremden schlecht zu behandeln, aus Angst, die Götter zu erzürnen, konnte sich hinter der Gestalt des Reisenden doch stets eine Gottheit verbergen. Eine fantastische Methode, um Wohlwollen zu fördern.

11.-14. Metz

14.-17. Oktober

16.10.2026 Restaurant Le Capu, 31, rue Gambetta, 54000 Nancy

16.10.26 Nancy Jassfestival Pulsation im Theatre de la manufacture

Der Auslöser für die Reise - Airelle Besson
im 1 Teil: Piere Tereygeol - Gitarre & Gesang vjksf - Keyboards im 2. Teil: Airelle Besson - Tropete Lionel Suarez - Akkordeon

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